Moderation für das Radio schreiben. Wie verfasse ich einen guten Text für das Radio?
Die Qualität einer Radiomoderation hängt nicht nur vom Moderator, sondern viel mer von der Textqualität der Moderation ab. Mit dieser Checkliste schreibst du im Handumdrehen gute Moderationen.

Radio machen ist der Traum von Vielen – und viele denken dabei als erstes an die Moderation. Die Qualität der Radiomoderation hängen jedoch nicht nur von den Sprechfähigkeiten des Moderierenden ab, sondern mindestens genauso von der Textqualität der Moderation selbst. Mit dieser Checkliste schaffst du es, im Handumdrehen gute Moderationen zu schreiben:

1. Wer ist die Zielgruppe?


Bevor Du Dich direkt ans Schreiben machst, solltest Du überlegen, für wen Du deine Moderationen schreibst. Wen möchtest Du erreichen? Wer soll sich für das interessieren, was Du erzählst? Bist Du selbst Teil der Zielgruppe, die erreicht werden soll? Gibt es vonseiten des Radiosenders bestimmte Auflagen bezüglich des Erstellens von Moderationen, beispielsweise eine Regelung, ob ihr „Du“, „Ihr“ oder „Sie“ verwendet? 

Von diesen Fragen hängt die Ansprache ab, die Du in der Moderation verwendest. Neben einer Regelung zum „Du“, „Ihr“ oder „Sie“ lässt sich dann auch ableiten, welche Sprache du verwendest. Für junge Zielgruppen verwendet man beispielsweise einen umgangssprachlicheren Ton, während man bei älteren Zielgruppen eine eher formelle Sprache einsetzt. Grundsätzlich sollten kurze Sätze in Form von Hauptsätzen verwendet werden.

2. Was ist das Thema?


Beim Moderationen schreiben geht es in erster Linie darum, Nähe zum Hörenden zu schaffen. Themen werden also nur in einer Sendung laufen, wenn sie für die Zielgruppe relevant sind. Auch wenn Themen für deine Zielgruppe relevant sind, bedeutet das nicht, dass sich deine Hörenden auch direkt für das Thema interessieren. Hier ist es wichtig, dieses Interesse herzustellen. Im besten Falle sollte das ganz zu Beginn erfolgen.

3. Finde den passenden Einstieg

Hierbei ist eine zentrale Fragestellung wichtig: Inwiefern beeinflusst das Thema ganz konkret die Lebensrealität des Hörenden? Geht es in deiner Moderation zum Beispiel darum, dass eine wichtige Verbindungsstraße wegen Baumaßnahmen voll gesperrt wird, solltest Du mit der Konsequenz einsteigen, die sich daraus automatisch für den Hörenden ableitet: „Sechs Wochen nicht von A nach B kommen. Das passiert euch jetzt auf der Straße XY, die wegen Bauarbeiten gesperrt ist.“ Wenn die Hörenden von Konsequenzen oder einem emotionalisierenden Moment hören, bleiben sie wahrscheinlich eher dabei. Das solltest Du Dir wann immer es geht zunutze machen. Denke in Schlagzeilen, wie es Boulevard-Medien tun.


4. Halte den roten Faden


Nach einem emotionalisierenden Einstieg musst Du weiter in das Thema einführen. Hier ist es wichtig, die Geschichte der Reihe nach zu erzählen.

Am besten stellst Du Dir vor, wie Du die Geschichte einem Freund erzählen würdest. Behalte immer im Hinterkopf, dass deine Hörenden nur eine Möglichkeit haben, deine Moderation zu verarbeiten. Komplizierte Sätze oder Zeit- und Personensprünge solltest Du deshalb unbedingt vermeiden. Erzähle Geschichten möglichst immer in einer chronologischen Reihenfolge

5. Gestalte deine Moderation abwechslungsreich

Damit die Hörenden auch über die Zeit dranbleiben und deine Moderation hören, ist neben einer zielgruppengerechten Ansprache auch der Abwechslungs-Faktor einer Moderation wichtig. Langweile deine Hörenden nicht mit minutenlangen Monologen, sondern bringe mit Geräuschen (sogenannten SFXs) oder zusätzlichen Stimmen Abwechslung in deinen Beitrag. Das können zum Beispiel O-Töne aus Interviews mit Experten sein, die damit dann nicht nur für Abwechslung sorgen, sondern deine Inhalte auch noch einmal aus einer anderen Perspektive bestätigen. Das macht deine Moderation glaubhafter. Passe aber darauf auf, die Hörenden nicht zu überladen. Zu viele verschiedene Stimmen kurz hintereinander können die Hörenden nicht verarbeiten


6. Finde den passenden Schluss


Hier ist es oft hilfreich, noch einmal auf die Einleitung deiner Moderation zu schauen und im Hinterkopf zu behalten, was die zentrale Aussage deiner Moderation sein soll. An unserem Baustellenbeispiel betrachtet könntest Du mit deiner Moderation zum Beispiel Alternativrouten für Pendelnde recherchieren und dazu ein Interview mit Experten führen. Deine abschließenden Worte wären dann zum Beispiel: „Also, die Straße XY ist dicht, aber über die Route Z habt ihr die Möglichkeit, ganz stressfrei auszuweichen.“ Damit greifst Du dann auch noch einmal deine einleitenden Worte auf.

Natürlich sind jede Moderation und jedes Thema zu individuell, als dass sie sich in ein immer gleiches Raster pressen ließen. Aber wenn Du diese grundlegenden Punkte im Hinterkopf behältst, sollte Dir das Schreiben von Moderationen viel leichter fallen.


Du möchtest mehr über Moderationen erfahren oder selbst in unserer Radiosendung moderieren? Dann werde Teil unserer Redaktion! >

GIF-Quelle: Giphy